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- Kategorie: Januar
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22. Januar - In jedem lebt ein Bild des, der er werden soll; solang er dies nicht ist, ist nicht sein Frieden voll.
Dieser Vers wird dem schlesischen Dichter Angelus Selesius (schlesicher Bote/Engel), wie der geborene Johannes Scheffler sich selbst später nannte, zugeschrieben. Dieser Text beschäftigt mich auf zweierlei Weise. Zum einen denke ich darüber nach, welches wirkliche Bild von mir selbst in mir lebt und zum anderen erinnert er mich daran, mich immer wieder einmal von „außen“ anzuschauen. Oder auch wie man so schön sagt, von oben drauf schauen.
Welches Bild von mir lebt wirklich in mir. Wie möchte ich wirklich sein und stimmt es mit dem überein wie ich zurzeit bin? Ich könnte mir dazu eine Außenmeinung einholen. Dazu haben wir eine gute Möglichkeit in der Selbsthilfe gefunden. Die Chance, dass wir dort eine ehrliche Antwort bekommen ist relativ hoch. Wir können direkt abfragen wie wir in den Augen der wahrgenommen werden. Ich kann es nur jedem wirklich empfehlen. Doch eine kleine Einschränkung, die auch auf einer persönlichen Erfahrung beruht, möchte ich machen. Bedenkt vorher, dass ihr auch mit Antworten zurechtkommen dürft, die von Eurer eigenen Wahrnehmung abweichen und ganz weit von dem entfernt sind, wie Euer inneres Bild aussieht. Das kann sehr schmerzhaft sein. Dabei kommt es nicht unbedingt auf die einzelne Ansicht an, sondern auf den Trend der der Wahrheit oft sehr nahekommt. Nur, auch dieser muss nicht zwangsläufig mit der Eigenwahrnehmung übereinstimmen. Ich hatte sehr oft ein anderes Bild von mir, doch half es mir dabei Änderungen herbei zu führen, die die Anregungen der Gruppe aufnahmen und dazu dienten meinem eigenen, inneren Bild näher zu kommen. Da wo es mir gelungen ist, bin ich friedvoller zu mir geworden.